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Pol. Aschermittwoch 2010!

Kommentar zum Aschermittwoch 2010  der Freien Wähler in Deggendorf

Alles eitel Sonnenschein?

Strahlender Sonnenschein und die große Stadthalle II in Deggendorf voller Besucher, die bis von Thüringen und Sachsen angereist waren. Was wollte man sich mehr wünschen? Und dann die Redner! Nachdenkliche, kritische Worte des Kreisvorsitzenden Dr. Meiski, der schlüssig nachwies, wie die parlamentarische Demokratie heute zunehmend durch Lobbyismus, Nichtöffentlichkeit, Fraktionszwang und Verdrängung des Rechts gefährdet werde. Als Jurist und Stadtrat in der Großen Kreisstadt Deggendorf wusste er, wovon er sprach. Danach ergriff der von einer starken fränkischen Mannschaft unterstützte Landrat des Kreises Nürnberger Land, Armin Kroder, das Wort. Er verdeutlichte, worin gute Politik zu bestehen habe und in welchen Bereichen heutzutage vieles falsch laufe.

Und schließlich trat – stürmisch begrüßt – Hubert Aiwanger ans Rednerpult. Wie erwartet beschäftigte er sich zunächst eingehend mit dem Desaster der Bayern LB und den undurchsichtigen Machenschaften von CSU-Politikern beim Kauf der Hypo Alpe-Adria. Ohne die von den Freien Wählern gestellte Strafanzeige wäre es der CSU wahrscheinlich gelungen, das gesamte Desaster zu verheimlichen und die Verstrickung ihrer Spitzenpolitiker zu verschleiern. Aiwanger wiederholte die ihm wichtigen Ziele der Freien Wähler und würzte seine Ausführungen mit humorvollen und auch drastischen Vergleichen, die sein Publikum sichtlich goutierte. Aber es kamen auch sehr nachdenkliche Worte, die das Verhältnis der Freien Wähler zu den Medien betreffen. Das von den Wählern häufig abgelehnte Polittheater, die Schaukämpfe der politischen Kontrahenten, die lächerlichen Debatten zur eigenen Profilierung, all dies werde von den Medien genüsslich aufgegriffen. Sachliche Auseinandersetzung, Suche nach Konsens, Kompromissbereitschaft seien hingegen für die Medien uninteressant und würden als Konzeptionslosigkeit oder sogar Zickzack-Kurs kritisiert. Und so müssten die Freien Wähler damit leben, dass sie von den Medien weniger wahrgenommen würden als politische Gruppierungen, die es verstünden, marktschreierisch auf sich aufmerksam zu machen.

Also keineswegs alles eitel Sonnenschein bei diesem Aschermittwoch 2010. Es muss den Freien Wählern gelingen, ihre Anliegen, Ziele und Erfolge einer breiten Öffentlichkeit stärker bewusst zu machen als bisher. Und hierfür bedarf es der Medien. Als ob Hubert Aiwanger es geahnt hätte am Morgen dieses Aschermittwochs: Im Viertelstundentakt berichtete Bayern 5 aktuell von Mittag an breit über die niederbayerischen Aschermittwochs-Veranstaltungen von CSU, SPD, Grünen, FDP und sogar der Linken, wobei nur die CSU in Passau mehr Besucher hatte als die Freien Wähler in Deggendorf. Von der großartigen Veranstaltung der Freien Wähler in Deggendorf bis zum Nachmittag kein Wort! Und die Süddeutsche Zeitung berichtete am nächsten Tag: „Die Freien Wähler frieren – und das, obwohl sich 1000 Anhänger in der Deggendorfer Stadthalle eingefunden haben. Frösteln bei Fischsemmeln und Weißbier. Zum ersten Mal klatschen sich die Freien Wähler heiß, als Bezirksvize Reinhard Leuschner verkündet, dass bei der SPD viel weniger Leute hocken. .... Hubert Aiwanger klammert sich mit der linken Hand am Pult fest, damit die rechte rudern und auf die Holzplatte hauen kann. Seine Stimme überschlägt sich, vor allem wenn er das Wort ‚Landesbank’ herausschreit... Ja, so redet Aiwanger. So geht das eine Stunde lang zu Kommunalfinanzen, Bildungsmisere, Breitbandversorgung. Am Ende ist er heiser und die Menge glücklich.“  - Sind die Freien Wähler wirklich solche bierseligen Simpel und ihre politischen Forderungen so platt? Und wie ist es zu erreichen, dass diese geradezu feindseligen Klischeevorstellungen nicht immer wieder aufs Neue von den Medien bedient werden? Gelänge dies in Zukunft, könnte es das nächste Mal ein noch sonnigerer Aschermittwoch werden als der im Jahre 2010.

von Ulrich Eckert

(c) www.pnp.de vom 18.02.2010