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Stadtratswahl 2014 Kulturtalk

Referent Peter Glotz, Moderator Prof. Dr. Johannes Grabmeier
Bariton und Leiter des Kulturwalds Thomas Bauer

Zukunftsperspektiven einer Kulturpolitik in Deggendorf

Kultur bestimmt das ganze Leben. Denn Kultur ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt. Im engeren Sinne ist das Literatur und Theater, das ist Musik mit Konzert, Oper, Jazzmusik und Volksmusik. Das ist bildende Kunst, Malerei und Architektur. Das sind Museen und Ausstellungen. Das ist der Trachtenverein, der Volkstanz, die Wirtshauskultur und in Bayern darf beispielsweise das vom Aussterben bedrohte Schafkopfspiel als Kulturgut auch nicht fehlen.

Zu diesem Thema hatten die Freien Wähler am Donnerstag, 06.02.2014 zu einem Talk bei Höttl eingeladen. Im voll besetzten Nebenzimmer im Gasthof Höttl versammelten sich knapp 50 Interessierte, um sich zum Thema „Kultur in Deggendorf" intensiv auszutauschen. Ziel war es gemeinsam zu diskutieren, wie es mit der Kultur  in Deggendorf steht. Eine gemeinsame Bestandsaufnahme und Ziele für die Kulturvernetzung, Kulturinfomation und Kulturförderung sollten gemacht werden.  Prof. Johannes Grabmeier, Kandidat auf Listenplatz 1 der Freien Wähler und Moderator der Veranstaltung konnte Vertreter vieler Kulturorganisationen in Deggendorf begrüßen, u.a. Thomas Bauer vom Kulturwald, die Leiterin der Stadtbibliothek Marion Jürgens, den Architektenstammtisch mit Bert Reiszky, Prof. Dr. Ernst Jürgens, Professor für das Design digitaler Medien von der Technischen Hochschule sowie Vertreter der CSU, der SPD und der Grünen und natürlich Kandidatinnen und Kandidaten der Freien Wähler für den Stadtrat. Vertreten waren auch der Kulturverein mit seinem Vorsitzenden Dieter Steiner und die Literaturfreunde mit Anton Halser sowie Christa Till. Anwesend waren auch die Stadträte Karl Pfestorf, Dr. Fritz Scholz, Karl-Heinz Gollwitzer, Herbert Hugo Haas, Karl Hauser, Ambros Pronold und Heidi Löhnert.


Regisseur, Dozent sowie Stadtratskandidat der Freien Wähler, Peter Glotz gab in seinem Einführungsreferat wichtige grundsätzliche Impulse zur Bedeutung von Kultur. Er hob insbesondere heraus, dass Kultur nicht als schmückendes Beiwerk zu verstehen sei, sondern als das was die Werte einer Gesellschaft prägt und trägt. Als Leitlinien für eine künftige Kulturpolitik in Deggendorf schlug er die folgenden 10 Punkte vor:

  • Kulturelle Vielfalt

    Kontinuität der Angebote

  • Qualität der Angebote

  • Abbau von Defiziten

  • Positionierung durch klares Profil

  • Orientierung am „Mehrwert" ( bei neuen Projekten)

  • Öffnung für alle Zielgruppen

  • Offenheit für dynamische Prozesse

  • Ausbau der bestehenden Angebote wie auch die Entwicklung neuer Konzepte.

  • Die zunehmende Bedeutung der Kultur als infrastruktureller Faktor ist dabei besonders zu berücksichtigen.

Der international als Bariton auftretende und in Deggendorf ansässige Thomas Bauer erläuterte seine Konzepte des Kulturwalds, sein Projekt in Blaibach im Bayerischen Wald gerade auch unter dem Aspekt der Infrastruktur und des vielfachen Mehrwertes der für eine Kommune dadurch entsteht. Er verglich die kulturelle Entwicklung Niederbayerns mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung und konstatierte, dass da Welten dazwischen lägen. Während sowohl im technischen wie auch ökonomischen Bereich beständig Förderungen beansprucht wurden, sei Niederbayern das Schlusslicht beim Abrufen von Fördergeldern des Kunstministeriums. Ein mangelndes Bewusstsein für die treibende Kraft der Kultur und eine daher mangelnde Bereitschaft vor Ort entsprechende Projekte kommunal zu fördern, damit dann der Freistaat entsprechend aufstocken könne, machte er als Ursache dafür aus.

Deutlich widersprochen wurde von mehreren Seiten der Meinung von CSU-Stadträtin H. Löhnert, die besonders darauf hinwies, dass Kulturförderung keine Pflichtaufgabe der Stadt sei. Das sei zwar formal richtig, aber gute Kulturpolitik sei letzlich ein "harter" Standortfaktor, der auch wirtschaftlich zum Aufschwung eines Ortes oder einer Region beitrage.

Als sehr positiv wurden die städtischen Museen in Deggendorf bewertet, die auf Grund ihrer hochwertigen Dauer-und Sonderausstellungen und mit ihrem kompetenten Fachpersonal Vorbildcharakter hätten. Als deutlich verbesserungsfähig  wurden einhellig jedoch und die Vernetzung der einzelnen Kulturanbieter und die Information über Kulturveranstaltungen erachtet. Karl Hauser, Stadtratskandidat der Freien Wähler, forderte einen Knotenpunkt, an dem die Informationen zentral zusammenlaufen und von dem aus auch weitervermittelt werden.

Bert Reisky, der sich mit an diesem Tage sich zusammenfindenden Architektenstammtisch der Veranstaltung angeschlosse hat, wies auf den besonderen, unausweichlichen Charakter der Architektur als Kulturgut hin. Als nachahmenswertes Beispiel verglich er die ähnlich strukturierten Regionen Vorarlberg und Bayerischer Wald. Dort hatten die Aktivitäten der letzten Jahre dazu geführt, dass heute Vorarlberg eine führende Architekturregion in Europa ist.

Am Ende zog Prof. Dr. Grabmeier als Resümee, dass die Freien Wähler einen Runden Tisch aller Kulturschaffenden, an Förderung der Kultur interessierten und aller politischen Kräfte organisieren wollen. Dabei sollten die bei der Veranstaltung eingebrachten Ideen und Konzepte aufgegriffen werden und für eine zukünftige Kulturpolitik in der Stadt konkretisiert und vorangetrieben werden.

Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: "Das war die richtige Veranstaltung zum richtigen Zeitpunkt." Die Freien Wähler werden das Thema weiter aktiv in der Stadt Deggendorf voranbringen.